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Tobias Braun, S 12b


Thesenpapier zum Fachreferat

Thema: Vorurteile und Wahrheiten hinsichtlich Gewalt, Satanismus und Rechtsextremismus in der Metalszene.

„Es wäre unmöglich, eine vollständige Liste vorzulegen, doch hier sind einige Vertreter des Rock: Drogenabhängige, Satansverehrer, Homosexuelle und andere sexuell Abwegige,
Aufständische aus Prinzip, Kriminelle, Blasphemiker, Amoralische, Promiskuitive,
Anarchisten gegenüber dem Zivilen und Militärischen etc. Die Liste könnte praktisch
unbegrenzt fortgesetzt werden.“, [Francisco Garlock, zit. n. Bañol 1987, S. 79]

Brutal und gewaltverherrlichend
Ein Kritikpunkt der gegen fast alle Subgenres des Metals vorgebracht wird, ist die dargestellte Gewalt, was bei bloßen Betrachten sicherlich nicht verwunderlich ist, stellt ein Großteil der Motive und Texte alles andere als eine friedliche Blumenwiese dar. Doch ist diese Illustration von Brutalität nicht nur oberflächliche zu betrachten, sondern müssen auch Ursache und Intention dessen betrachtet werden. So hat die Darstellung keinesfalls die Idee der Verherrlichung als Hintergedanke, sondern stellt größtenteils schlichtweg die überzeichnete Symbolisierung des „ganz normalen Wahnsinns“ dar, die Gewalt die täglich über Medien auf uns einprasselt und schon als ganz natürlich verstanden wird. Desweiteren ist die drastische Darstellungsform auch als Ventilfunktion zu verstehen wie es die Katharsis-Theorie beschreibt. So betrachteten die Menschen im alten Griechenland Theaterstücke mit brutalem Inhalt um sich selbst von aggressiven Gedanken zu reinigen. Setzt man an diesem Vergleich an, so kann man leicht erkennen, dass die ausgedrückte Gewalt in Texten Bildern einen Ausstoß von angestauten Emotionen beinhaltet der auf diese Weise unschädlich für die Umwelt entladen werden kann. Auch bietet die Musik durch Konzerte (ein Herzstück der Szene) schon Möglichkeiten überschüssige Energien in körperbetonenden Tänzen, wie dem „Pogo“, oder dem Headbangen (wildes auf und ab Bewegen des Kopfes) freizusetzen, was für außenstehende Kritiker eigentlich gern gesehen werden müsste, da die von ihnen angekreideten aggressiven Emotionen so in einem kontrollierten und sie auch nicht betreffenden Maß ausgelebt werden. Dass die brachialen Inhalte der Musik auch keinen Einfluss auf das Leben der „Metalheads“ außerhalb dem Zeitraum des Musikkonsums hat, kann man an der Friedfertigkeit von Festivals sehen, auf denen es nach Kritikern wie auf einem Schlachtfeld zugehen müsste, was ich allerdings durch eigene Erfahrungen widerlegen kann (man betrachte nur mal sogenannte „normale“ Veranstaltungen wie Silvester in Berlin und dann im Gegensatz dazu ein Metalfestival). Ein weiterer Grund für die, objektiv betrachtet, grausame Darstellung ist der allgegenwärtige Wunsch der Provokation und Aufmerksamkeit der Urheber der Texte und ihrer Konsumenten. Da es aufgrund der allgemeinen Entwicklung immer schwerer wird auf Missstände aufmerksam zu machen (ein Bombenattentat zählt heutzutage schon zum täglichen Standard durch das überflutende einwirken der Medien), müssen Möglichkeiten ausgeschöpft werden die sich in ihrer Abbildungsform genauso steigern wie die zunehmende Darstellung alltäglicher Gewalt. Weniger extreme Bilder oder Texte würde im Einheitsbrei des Alltäglichen untergehen.

Satanistisch und okkult
Auch die Herkunft dieses Klischees ist relativ deutlich und logisch, wobei man ernsthafte Bezichtigung des Satanismus hauptsächlich im Black Metal wiederfindet. So nutzten zwar schon in der Entstehungsphase der Musikrichtung Bands wie Black Sabbath okkulte Emblematik, jedoch hauptsächlich um Aufsehen zu erregen, was ihre Verkaufszahlen in die Höhe treiben sollte. Ernster gingen mit dem Thema Satanismus 1986 die Norweger Mayhem um, die eine neue, erheblich ernsthaftere Generation des Black Metal ins Leben riefen, mit der eine ganze von Bosheit, Hass und Misanthropie gekennzeichnete Subkultur einherging und in Norwegen zu Beginn der 90er Jahre wahrhaft abgründige und verbrecherische Dimensionen annahm (Wehrli 2001, S. 320 ff.). Gepaart mit ernsthaft infernalischem Habitus vor und hinter der Bühne wurde gezielter Hass, speziell gegen das Christentum (als Spiegel einer neurotischen, heuchlerischen Zwangsmoral, an welcher die Gesell- schaft kranke), für Mayhem richtungsweisend, was zwei der Bandmitglieder dazu veranlasste den „schwarzen Zirkel“ (eine etwa 150 Mann starke Gruppe von jugendlichen Black Metal-Musikern) zu gründen. Dieser waren es auch, der weit traurigere Maßstäbe in Sachen realweltlicher Niedertracht und Skrupellosigkeit setzte. Der antichristliche Wahn gipfelte in 44 Fällen dem Schwarzen Zirkel zuzuschreibenden Kirchenbrandstiftungen in Norwegen zwischen 1992-1995 (Wehrli 2001, S. 323). Die schockierende Reflexwirkung, die der Begriff Black Metal -von nun an meist in einem Satz mit Satanismus und spirituellen Okkultismus genannt- von nun an hatte, ist es auch die sich auf das komplette Musikgenre Metal ausweitet und somit die eine Grundlage für Vorurteile darstellt. Allerdings ist es absolut unmöglich solche Verallgemeinerungen vorzunehmen. Hierbei lassen sich drei verschie- dene Satanismustypen im Zusammenhang mit dem Heavy Metal erkennen: Dem „Satano-Poser“ , der sich nichts dabei denkt, wenn er die Hand zum Hörnerzeichen verformt, oder satanischen Symbollis-
mus in Form von umgedrehten Kreuzen auf dem T-Shirt oder als Halskettenanhänger spazieren trägt. Dies ist die größte Gruppe, und auch die am wenigsten gefährliche der es weniger um satanische Symbolik, sondern vielmehr um eine demonstrative Rebellion gegen gesellschaftliche Normen und Tugenden geht. Die zweite, kleinste Gruppierung zählt allerdings zu den gefährlichsten, wobei es sich hierbei um den gewaltbereiten Satanismus handelt, der trotz seiner geringen Anhängerzahl für die prägende Abstempelung verantwortlich ist (negativer Höhepunkt ist der oben genannte „schwarze Zirkel“). Dieser wurde bzw. wird jedoch vom größten Teil der Anhängerschaft des Metals verabscheut, was sich anhand vieler Leserbriefe in Rockmagazinen zu diesem Thema bestätigen lässt. Als dritte und letzte Gruppe werden die intellektuellen Satanisten bezeichnet, die sich mit der dahinter stehenden Philosophie auseinandersetzen, die vor allem in der „Church Of Satan“ vertreten ist, die auf Lehren von Aleister Crowley zurückgreift. Zentraler Lehrsatz ist hierbei die These: „Do what thou wilt shall be the whole of the law“ . Damit ist allerdings weniger das Selbstgestalten und Durchsetzen von Gesetzen gemeint, sondern die Befreiung von Denkblockaden, Ideologien und Hemmungen, mit dem Ziel das wahre „Ich“ zu finden, um schlussendlich damit in Einklang fernab von auferzwungenen Konventionen zu leben (Unterscheidung der drei verschiedenen Anhängertypen: Roccor 1998, S.310).

Rechtsextremismus
Auch bei diesem Punkt muss man sich vor Verallgemeinerungen, wie sie jedoch leider sehr Häufig aufgrund von Unwissenheit der Kritiker anfallen, in Acht nehmen. So ist es zwar unabstreitbar der Fall dass im Metal aufgrund der grundsätzlich negativen Weltanschauung Kritik an gesellschaftlichen Hierarchien und Formen geübt wird, jedoch kommt es zu keiner Zeit zu einer Verherrlichung von Gewalt (wie im ersten Teil erläutert) geschweige denn zu einer Verherrlichung von Gewalt an bestimmten Menschengruppen. Teilweise missverstandene Bands wie Slayer, deren Song „Angel Of Death“ von dem KZ-Arzt Josef Mengele handelt und die damit ihren reine Abneigung gegenüber einem der schwärzesten Kapitel der Menschheit, in einem emotionsgeladenen Lied äußern werden (wohl auch aufgrund missverstandener und teilweise auch schlecht eingesetzter Symbole) in einen Topf mit wirklichen rechsradikalen Bands des Blood and Honour Netzwerks geworfen. Hierbei handelt es sich um eine internationale Verbindung rechtsradikaler Bands der unter anderem auch die seit kurzem aufgelöst Band Landser angehörte, die engültig gerichtlich als kriminelle Vereinigung verurteilt wurde. Bis zu diesem Urteil hatte diese Band große Erfolge in der deutschen Neo-Nazi Szene. Auch hier muss man wieder differenzierend die Musikstile betrachten, was zu dem Ergebnis führt, dass sich die meisten Unterstile des Metals aufgrund des Musiktechnischen und auch aufgrund der ideologi- schen Einheit die eine Richtung bedingen, keine förderliche Grundlage für rechtsextreme Bands darstellen. Deren Lieder setzten sich größtenteils aus einfacher und eindringlicher Musik und einem Text mit vielen Wiederholungen und anderen rhetorischen Mitteln, die eine Vereinahmung der eigenen Gruppe und eine Abgrenzung der anderen zur Folge hat zusammen. Anhand des Liedes „Arische Kämpfer“ der Band Landser und der Betrachtung der Texte lässt sich dies deutlich erkennen.
Rechtsrock umfasst mittlerweile eine Fülle von Genres und vermittelt rechtsradikales Gedankengut auf unterschiedliche Art. Der Kern sind die mehr oder weniger eindeutigen Texte. Auch die verwendeten Symbole, das Design der CD-Hüllen, die Musik-Videos sowie das Auftreten der Bandmitglieder bei Konzerten und deren Aussagen in Interviews kennzeichnen das Genre. Waren die Bands der ersten Phase deutschnational und eher "verhalten" rassistisch, (im Sinne von: "Ausländer raus!"), so ergingen sich die Bands der 90er Jahre in Vernichtungsphantasien, offenen Bekenntnissen zum Nationalsozialismus und neigten eher zur Verherrlichung denn zur Leugnung des Holocausts (beides kam vor, oft von innerhalb eines Lieds vertreten). Aktuell ist die Lage so, dass das Gros der Rechtsrock-Veröffentlichungen indiziert bzw. verboten wird, die Musik aber dennoch durch Tauschbörsen etc, große Verbreitung findet.





_--> :gOthIk:_




Die Gothic-Szene ist eine Subkultur, die Anfang der 1980er Jahre aus dem Punk- und New Wave-Umfeld hervorging. Sie ist Hauptbestandteil der so genannten Schwarzen Szene und untrennbar mit der Gothic-Musik verbunden.

Die Anhänger der Gothic-Kultur werden meist als Goths, Gothics oder auch Grufties bezeichnet, wobei man sagen muss, dass viele die Bezeichnung "Gruftie" als Beleidgung ansehen. Denn einige verstehen unter Gothic sein nicht den Hang zum Tod, sondern die Auseinandersetzung mit eben diesem, im Gegensatz dazu werden Grufties als Todverehrer gesehen, aber immer noch auf andere Art und Weise als es im Satanismus üblich ist. Hin und wieder wird der ursprünglich negativ behaftete Begriff Gruftie heute als Selbstbezeichnung verwendet, konträr dazu wurde er jedoch größtenteils aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verdrängt.




Die Gothic-Szene gilt als sehr ästhetische, introvertierte und ausgesprochen friedliche Kultur mit meist sensiblen, wenn auch mitunter etwas wirklichkeitsfremden Mitgliedern, die meist der Mittelschicht entstammen.

Die Durchschnittsbevölkerung wird vom Goth zum Teil negativ wahrgenommen, etwa als konservativ, konsumorientiert, intolerant, egoistisch und vom Gesetz der sozialen Bewährtheit geleitet. Aus der Ablehnung dieser Werte resultiert eine demonstrative Distanzierung zur Gesellschaft. Aus dem Versuch der Bewältigung der Zwänge, der emotionalen Kälte und der Vereinheitlichung des Individuums in der heutigen Gesellschaft treten wiederum die zelebrierte Melancholie und die Ideale des Individualismus und der Toleranz hervor, das was die Szene größtenteils ausmacht. Die im Kontrast zum gesellschaftlichen „Jugendwahn“, sprich der förmlichen Sucht nach ewiger Jugend, stehende Akzeptanz des Todes als natürlichen Bestandteil des Lebens, wird häufig nach außen getragen und ist u. a. eine Ursache für die scheinbare „Todessehnsucht“ der Szene-Anhänger. Diese so genannte „Todessehnsucht“, kann man also sagen, ist ein Aufschrei gegen diesen allgemeinen Zwang zur unnötigen Erhaltung der Jugend. „Egal in welchem Alter man sich befindet, man sollte es in vollen Zügen genießen.“ (Zitat R. St.)

Der Drang zum Individualismus innerhalb der Gothic-Szene, wobei die Dunkelheit und die Unfarbe schwarz eine besondere Rolle bei fast alle Gothics spielen, erschwert eine eindeutige Definition dieser, sowie die Zuordnung ihrer Mitglieder. Religiöse und politische Fragen werden unter Gothics durchaus thematisiert, allerdings nicht einheitlich beantwortet. Eine gewisse Sehnsucht nach dem Mittelalter und seiner Mythen und Sagen ist bei einigen Mitgliedern der Szene anzutreffen. Dabei handelt es sich jedoch häufig um ein romantisiertes Bild des Mittelalters, das viele Gothics vor Augen haben und das in manchen Fällen eine Flucht vor der realen Welt ermöglichen soll, jedoch auch teilweise einfach genossen wird wie etwa durch mittelalterliche Musik.

Die Dunkelheit wird gelegentlich als ein schützender Mantel oder Zufluchtsort empfunden. Woraus man beispielsweise den Hang zur hauptsächlich schwarzen Kleidung ableiten kann.


Religion
Die Zugehörigkeit einer Person zur Gothic-Kultur ist unabhängig vom Glauben und Religionszugehörigkeit. Gothics beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Religion und ziehen individuelle Schlüsse, weshalb eine eindeutige Zuordnung nicht möglich ist. Einige Teile der Szene lehnen die Institution Kirche, z.B. aufgrund ihrer Kritik an deren Verfehlungen im Laufe der Geschichte, allerdings völlig ab.

Es lässt sich ein überdurchschnittliches Interesse an okkulten oder neuheidnischen Inhalten feststellen. Damit einher geht eine Tendenz zum Synkretismus (auch „Patchworkreligion“).

Obwohl sich etliche Anhänger der Gothic-Bewegung ganz klar vom Satanismus distanzieren und ein völlig anderes Lebensgefühl auszudrücken versuchen, werden sie auf Grund ihrer äußeren Erscheinung oft mit diesem in Verbindung gebracht und von Außenstehenden belächelt oder gar als potentiell gefährlich eingestuft. Häufig wird mit okkulten Symbolen, z. B. dem vorchristlichen Pentagramm oder dem Petruskreuz, zum Zwecke der Provokation gespielt. Oft ist es jedoch nur die in der Szene verbreitete Faszination an Mystik, die Gothics zum Tragen okkulter Symbole bewegt. Die gesellschaftlichen Vorurteile treffen allerdings die in sich uneinheitliche Szene in ihrer Gesamtheit. Sie mögen gerade bei jüngeren Personen, die in diese Subkultur hineinwachsen, den Glauben verstärken, eine Ablehnung des christlichen Glaubens oder gar eine Hinwendung zum Satanismus sei Voraussetzung, um als Szeneangehöriger anerkannt zu werden. Dies ist jedoch absolut nicht der Fall. Die Szene honoriert eher Individualismus, als Zugehörigkeit zu einer bestimmten, dogmatisch geprägten Glaubensgemeinschaft. Insofern gehört die Gothic-Kultur zu den aufgeschlossenen und toleranten Subkulturen unserer Gesellschaft.

Ein kleiner Teil der Szene ist christlich geprägt. Ein Beispiel hierfür liefert das jährlich am Vorabend des Wave-Gotik-Treffen stattfindende „spirituelle Warm-up“.


Politik
Eine eindeutige politische Ausrichtung der Gothic-Szene ist nicht feststellbar. Allerdings sind konservative oder rechtslastige Ideologien eher selten anzutreffen. Auf Grund ihrer Wurzeln im Punk interessieren sich einige Gothics für linksalternative Politikansätze, andere wiederum vertreten gänzlich unpolitische Ansichten. Dies machte sich u. a. in den frühen 90er Jahren bemerkbar. Zeitschriften wie das Bonner Szene-Magazin „Gothic Press“ wiesen 1992 auf die Gefahr von Rechts hin und sprachen sich klar gegen rechte Gewalt aus. Gleichzeitig distanzierte sich ein Großteil der Szene von jeglichen politischen Ideologien und sah Aktionen gegen Rechtsradikalismus und Rassenhass als selbstverständlich an. Man könnte die Gothic-Kultur insofern als politisch bezeichnen, dass sie sehr stark auf Grundsätze des Humanismus baut.


Geschichtliche Entwicklung

Vorläufer und vergleichbare Bewegungen
Im angelsächsischen Sprachraum wird der Begriff Gothic erstmals in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verwendet. Vor allem die so genannten Gothic Novels mit schaurigen Handlungsplätzen wie Friedhöfen, Spukschlössern, Ruinen und anderen Orten erfreuten sich großer Beliebtheit. Der große Erfolg dieser Gothic Novels und die gleichzeitig aufkommende Romantik-Bewegung im 18. und 19. Jahrhundert war auch eine Gegenreaktion auf die rationale entmystifizierende Sicht der Aufklärung. Ähnliche Motivationen liegen den verschiedenen Reformbewegungen (wie z.B. Wandervogel, FKK-Bewegung) Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts zugrunde, die sich gegen die Technisierung und Industrialisierung der Lebensumwelt wandten. Im Rückzug in eine idealisierte naturgemäße bzw. menschlichere Lebensweise findet sich sowohl bei den Romantikern und Lebensreformern als auch bei Anhängern der Jugendkultur Gothic eine Tendenz zur Weltflucht.


Die Anfänge in den 1980ern
Die Gothic-Szene wie wir sie heute kennen entstand Anfang der 80er aus den Trümmern der Punk- und New Romantic-Bewegung in Großbritannien. Gothic, anfangs nur für die düstere Spielweise des Punk verwendet, wurde ab 1982/1983 auf die Anhänger dieser Kultur übertragen.

In der Subkultur trat in der Folge eine Vermischung mit den Anhängern der New Wave Musik auf. Die dort gebildete Wave-Subkultur veränderte sich. Gothic wurde ein Stil innerhalb der sich nun bildenden schwarzen Szene. Zugleich vermischten einige Bands Gothic Rock mit New Wave (Gothic Wave). Auch war Gothic Rock eine beliebte Musikrichtung bei vielen Wavern. Dark Wave und Gothic wurden bis in die frühen 90er beinahe synonyme Begriffe, weil sich einerseits der Begriff Wave vom New Wave ablöste, andererseits auch der Begriff Gothic wieder ursprünglicher verstanden wurde und man sich wieder auf das Mittelalter oder die Romantik mit ihren Folgeströmungen verstand.


Die 1990er
Mit nachkommenden Generationen erfolgte ab Mitte der 1990er eine Ära, die durch eine zunehmende Abkehr von den ursprünglichen Wurzeln und eine Öffnung hin zu anderen Szenen (vor allem Metal, Electro, Mittelalter) gekennzeichnet ist. Fremde Musikstile wurden dabei einverleibt und fusionierten mit Einflüssen der bestehenden Gothic-Musik zu neuen Subgenres. Beispielsweise entstanden so Gothic Metal oder Electro-Goth.

Durch diese neue Vielfalt der Szene entstanden neue „Subkulturen innerhalb der Subkultur“. Obwohl sie sich derselben Szene zugehörig fühlen unterscheiden sich nun z.B. Gothics die zum Punk neigen von solchen die sich vom Mittelalter angezogen fühlen sehr stark, sowohl was ihre Optik, ihr Musikgeschmack als auch teilweise ihre Lebensansichten angeht.


Gothic heute
Seit Ende der 1990er ist eine zunehmende Kommerzialisierung der Szene zu beobachten. Ein Phänomen, das nicht zuletzt auf die relative Langlebigkeit und hohe Kontinuität der Szene zurückzuführen sein dürfte. Viele Gothics behalten ihren Lebensstil oder die damit verbundenen Vorlieben bis weit ins Erwachsenenalter und länger bei. Im Unterschied zu klassischen Jugendkulturen entsteht so ein altersübergreifender Dialog. Dieser wiederum führt - bedingt durch die vielfältigeren Kontakte berufstätiger Gothics - dazu, dass sich Gothic im allgemeinen Bewusstsein zunehmend von der Subkultur zu einem Breitenphänomen wandelt und damit auch als Konsumentenzielgruppe zunehmend erfassbar und kommerziell interessant wird.





Markante Merkmale KÖNNEN sein:

Blasse, meist geschminkte Gesichtsfarbe (Viktorianische Ästhetik), häufig hervorgehoben durch dunkle Schminke an Augen und Mund
ungewöhnliche Frisuren: Irokesenschnitt (seitlich ausrasierte Haare), Undercut (zusätzlich Hinterkopf), teilweise sehr hoch toupiert, meist schwarz oder auffällig gefärbt. Bei Frauen teilweise eine Seite des Schädels kahl rasiert oder zu „Barock“-Frisuren frisiert.
Piercings und Tätowierungen
Nieten und Sicherheitsnadeln
religiöse, okkulte oder esoterische Symbole als Schmuck, meist aus Silber
androgyn gekleidete Männer
Lederhosen und Netzhemden, teils zerrissene Kleidung (ursprünglicher Gothic Punk- bzw. Death Rock-Look)
Lange Kleider und Röcke (oft aus Samt) sowie Rüschenhemden, Bundfaltenhosen und Pikes
Korsetts und Corsagen bei Frauen
Herrenröcke
Lederhosen und -mäntel (End-80er Gothic Rock-Stil)
Lack- und LatexKleidung (seit Mitte der 90er Jahre durch Einflüsse aus der Fetisch- und SM-Szene)
Schnür- & Kampfstiefel (Rangers), Pickers (ähnlich Stiefeletten für Motorradfahrer), Stiefel mit sehr hohen Absätzen („Transformerboots“)
Diese Liste bietet allerdings nur eine kurze Übersicht der Vielfalt der Stile, die in der Gothic-Szene verbreitet sind. Für eine genaue Stilbeschreibung gibt es zu viele Splittergruppen, die sich allerdings nicht ausschließlich durch einen spezielleren Kleidungsstil kennzeichnen lassen.


Philosophie
Zur Philosophie von Gothic kann man nicht viel sagen, denn wie beim Rest der Gesellschaft, denkt jeder anders. Man kann eventuell sagen, dass Gothics sich mit gewissen Themen mehr auseinander setzten wie z. B. mit dem Thema Tod oder dergleichen. Nur gibt es auch genug Menschen, die dasselbe tun, sich aber nicht als Gothic bezeichnen. Jeder philosophiert anders, ob er sich zu einer Szene hinzuzählt oder sein Leben nach den Vorstellungen des Alltags der Gesellschaft lebt. Um sich ein Bild davon zu machen, wie ein Gothic philosophieren könnte, sollte man so eine Person einfach mal ansprechen und nachfragen.


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Gothic Musik


Die Bezeichnung Gothic (engl. gothic Gotik, v. ital. gotico fremdartig, barbarisch) kann nicht eindeutig als musikalische Spielweise festgelegt werden, da sich über viele Jahre hinweg das Verständnis für Musik innerhalb der Gothic-Kultur stark wandelte. Es ist davon auszugehen, dass man sich im Rahmen der Gothic-Musik zumeist bereits vorhandener Stilmittel des Punk, Hard Rock bzw. der Elektronischen Musik bediente, diese jedoch weitaus düsterer arrangierte. In den 90er Jahren entstanden - u.a. durch ein Öffnen der Szene-Kulturen untereinander - Stile wie Gothic Metal oder Electro-Goth.




Die Gothic Punk-Ära (1979-1983)
Als Gothic bezeichnete man anfangs einen dem Punk entwachsenen Musikstil, welcher jedoch auch Einflüsse aus dem Glam Rock aufweist (z.B. „Ziggy Stardust“ von Bauhaus, eine Coverversion des David Bowie-Klassikers). Er entstand in England Ende der 70er Jahre, als Bands wie UK Decay, Southern Death Cult oder Sex Gang Children als „Gothic“ bezeichnet wurden, in der allgemeinen Tendenz der damaligen Punk Szene, sich in Sub-Genres aufzuspalten.

Viele der damaligen Songs beruhen auf einem 3-Akkord-Schema, ähnlich dem Punkrock. Bedeutende Vertreter waren Bauhaus, Joy Division oder Siouxsie & The Banshees. 1980 formierte sich in Hamburg die Band Xmal Deutschland, deren Hit Incubus Succubus noch heute die Tanzflächen füllt. Sie gilt als der erste deutsche Gothic-Act überhaupt.

Diese frühe, durch Glam Rock und Punk beeinflusste Stilrichtung des Gothic ist heute auch teilweise unter der Bezeichnung Batcave bekannt, benannt nach einem legendären Club in London, der als die Wiege der Szene in England gilt. Die Amerikanische Variante des Gothic Punk lebt heute noch unter dem Begriff Death Rock weiter.

Weitere Projekte: Specimen, Alien Sex Fiend, The Danse Society, Virgin Prunes, Play Dead, Screaming Dead, Ritual, Skeletal Family

Der Gothic Rock
Ab 1983 verschwanden die Punkwurzeln zunehmend, bedeutende Vertreter des Genre lösten sich auf. Eine neue Epoche des Gothic sollte in den darauf folgenden Jahren für Aufsehen sorgen: Gothic Rock der hauptsächlich Elemente des Hard Rock und Power Pop durchscheinen lässt. Britische Bands wie The Sisters Of Mercy, The Mission oder Fields Of The Nephilim hielten sich über Jahre hinweg in den Charts und wurden oftmals gerne von europäischen Musikern kopiert.

Weitere Projekte: The Garden Of Delight, Dreadful Shadows, Kiss The Blade, The Tors Of Dartmoor, The House Of Usher, Dronning Maud Land, Marquee Moon, Ex Voto, Babylon Will Fall, The 69 Eyes, Pronoian Made
Gothic und Gothic Rock stehen in einem Gegensatz zu Dark Wave, bei welchem Rockelemente stark reduziert sind bzw. nicht selten ganz fehlen. Von den Hörern werden aber in der Regel beide Stile geschätzt, gehört, sowie in Diskotheken gespielt. Daneben gibt es aber auch fließende Übergänge zwischen New Wave, Dark Wave und Gothic Rock, z.B. bei Bands wie Clan Of Xymox, Pink Turns Blue, The Breath Of Life oder die bereits zu Anfang erwähnten Joy Division.

Umorientierung und Wechsel zur Elektronik
Gothic Metal
Ab Mitte der 90er Jahre gewann der ursprünglich szenefremde Gothic Metal an Popularität - zu Ungunsten des Gothic Rock. Dieser wurde trotz Zunahme diverser Gothic Rock-Projekte zurück in den Untergrund gedrängt und von Szene und Presse nur begrenzt wahrgenommen. Gegenwärtig sind die Grenzen zwischen beiden Stilen stark verwischt, was hauptsächlich Überschneidungen und den Härteverlust des Gothic Metal zur Folge hat.

Vertreter: Moonspell, Theatre Of Tragedy, The Gathering, Paradise Lost (Band), Tiamat, Charon, Within Temptation
[Bearbeiten]Electro-Goth
Der Begriff Electro-Goth bezeichnet rein elektronisch arrangierte Musik von Vertretern, welche direkt aus der Gothic-Szene stammen. Hauptsächlich werden hierbei Sounds aus dem Elektro- bzw. Electro-Industrial- Bereich übernommen, auch kommen Future- und Electro Pop-Elemente zum Einsatz (Tristesse de la Lune). Daneben orientierte man sich bereits in den 90er Jahren stark an Projekten, die durch Umsetzung düsteren Elektronik-Sounds bereits die Vorarbeit leisteten (siehe Dark Electro). Obwohl man auch 80er Jahre Bands wie Alien Sex Fiend als Vorläufer des Electro-Goth bezeichnen kann, gibt es mittlerweile viele Vertreter des Genres, denen die musikalische Verbundenheit zu den eigentlichen Gothic-Wurzeln vollständig fehlt.

Weitere Projekte: Blutengel, Elfengrab, Obszön Geschöpf, Trümmerwelten, Feindflug, XotoX,
[Bearbeiten]Anmerkungen zum Begriff
Der Ursprung des Begriffes „Gothic“ in Bezug auf ein Subgenre der Punk Musik ist nicht ganz geklärt, unterschiedlichen Quellen zufolge sollen es Martin Hannett der Produzent der Gruppe Joy Division oder Siouxsie Sioux, Sängerin der Gruppe Siouxsie and the Banshees, gewesen sein, die in Interviews in Bezug auf diese Bands zuerst den Begriff „Gothic“ als Beschreibung der Musikstile eben jener Bands benutzt haben. Anderen Quellen zufolge aber soll die Bezeichnung bereits früher in Musikmagazinen im Zusammenhang mit dem David Bowie-Album „Diamond Dogs“ aufgetaucht sein. Laut Aussagen von Abbo (Sänger der Band UK Decay) war „Gothic“ in London der frühen 80er ein Insiderbegriff einer kleinen Szene rund um die Bands UK Decay, Southern Death Cult, Gloria Mundi, Sex Gang Children und Bauhaus.

Mittlerweile wird der Begriff Gothic auf zumeist unterschiedlich entstandene Musikstile ausgedehnt, u.a. Elektro, Neofolk oder auch Industrial, ein Stil, der bereits viele Jahre zuvor entstand. Als Gemeinsamkeit dieser Genres kann die meist düstere Atmosphäre der jeweiligen Titel angesehen werden. Die Ausdehnung des Begriffs ist jedoch umstritten, regional abhängig und wird nicht allgemein anerkannt.



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